Die Perle

Morgenrot der Fluß bewegt,
in dem die Herzensmuschel lebt.
Vom Strom des Lebens stets genährt,
sie neues Wasser nun erfährt.
Ins Himmelmeer so klar und rein,
die Muschel taucht im Sonnenschein.
Sie sinkt herab bis auf den Grund,
dort öffnet sie den Süßen Mund.
Läßt weit geöffnet ihre Schalen,
hinfortgespült der Schlamm von Jahren.
Und ein Sternkorn unbemerkt,
durch ihren Herzensmantel fährt.
Sanft hat sie ihn ausgebreitet
und nicht bemerkt, was in sie schreitet.
Ungewohnt und fremd,
was in der Muschel brennt.
Doch was am Anfang ward ein Dorn,
ist immer noch ein Sternenkorn.
Und als sie es betrachtet,
im Dunkeln mit ihm nachtet.
Bemerkt sie eine Kraft,
die tiefe Freundschaft schafft.
Und mit der Liebe Glanz,
umgibt sie es nun ganz.
Und läßt es tief im Innern,
immer heller schimmern.
Und was einst klein und ziemlich hart,
sich nun als Perle offenbart.
Viele Jahre lang geliebt,
im Innern an das Herz geschmiegt,
so wuchs die Perle ja das Korn,
war niemals mehr ein Seelendorn.
Und schau ich nun in ihren Glanz,
offenbart sich Wahrheit mir nun ganz.
Denn das was uns ins Herz gelegt,
nicht immer gleich auf Wolken schwebt.
So ist die Arbeit eine Liebe,
die in sich selbst den Glanz erweckt,
sie ist das Pflegen jener Triebe,
die offenbarn, was in dir steckt.
Und wenn das Herz dann so pulsiert,
die Seele selbst das Korn poliert,
dann wird das Korn von jenem Stern,
nie wieder sich vom Herz entfern.
Die Augen strahlen das Herz wird weit,
denn in dir wächst die Ewigkeit.
Die Kostbarkeit strahlt nun durch dich,
so koste sie, vergiss dies nicht.
Und lass ihn leuchten jenen Stern,
der dich einst suchte in der Fern.

Text und Sprache © Ephraim Kolczynski