Seine letzte Reise

Er sitzt im Schaukelstuhl und schaukelt,
ganz langsam- Hektik ist ihm fremd.
Trägt seinen allerbesten Anzug,
die alten Haare schön gekämmt.

Es scheint, als wolle er verreisen,
so schick hat er sich heut gemacht.
Die Schuhe,die er trägt, sie blitzen.
Was hat er vor in dieser Nacht?

In seiner linken Hand die Pfeife,
ein Bild von ihr im rechten Arm
und während er dem Rauch so nachsieht,
wird ihm ums Herz zwar schwer, doch warm.

Sie ist vor einem Jahr gestorben,
war plötzlich einfach nicht mehr da.
Bis heute hat er nicht begriffen,
was damals rund um ihn geschah.

Wie oft hat er zur Tür gesehen
und still gehofft:Gleich kommt sie rein,
doch jeden Abend die Enttäuschung:
nie wieder würde es so sein.

Sie waren sechs Jahrzehnte glücklich,
der Zug um seinen Mund wird weich.
Wenn auch das Geld nicht immer langte,
so waren sie wohl mehr als reich.

Noch einmal würd er ihr gern sagen,
wie gut sie stets geduftet hat,
wie stolz er war, dass er sie hatte.
Sein Körper wird ganz plötzlich matt.

Er legt die Pfeife sacht zur Seite,
haucht einen Kuß auf das Papier-
ein zarter Ruck durchströmt den Körper,
er lächelt: jetzt ist er bei ihr.

Text und Sprache: © Lizzy Tewordt