Der Geiger

..ich geh durch die Stadt, ein grauer Tag,
die Leute haben kein Gesicht.
Alles ist grau, was ich gar nicht mag,
ja sogar das Schaufensterlicht,

erstrahlt in grauer trauriger Pracht,
flackert mal dunkel, mal hell,
und macht fast den Nachmittag zur Nacht.
Will weg da, mein Schritt wird jetzt schnell.

Da plötzlich kann ich Farben hören,
rotblaugelb, trist sind sie nie.
Ein Geiger, lässt vom Grau sich nicht stören,
spielt einsam 'ne zarte Melodie.

Er taucht das Graue um sich herum,
in Farben, so leuchtend schön.
ich seh Gesichter, sie lauschen ganz stumm
einem Lied, bevor sie weitergehen.

Weitergehen ins Dunkle zurück,
wo die Farben nicht mehr hinreichen.
Das Lied begleitet sie noch ein Stück,
bis die Gesichter dem Grauen weichen.

Ach Papa, könntest von oben sehen,
sähest auf der Erde einen bunten Fleck,
und mich in Mitten der Farben stehn,
von wo ich nie mehr will weg!

© josios 20.01.07