Irgendwann inmitten tiefer Nacht,
hab ich mich plötzlich aufgebäumt,
und bin davon aufgewacht,
ich hatt wohl etwas Tolles geträumt.

Des Traumes Bilder, hektisch und wild,
tanzen mir vor meiner Nase,
Noch einmal seh ich jedes Bild,
und platzt wie ne Seifenblase.

Doch ein Bild hab ich eingefangen,
zeigt ein Gesicht so jung und schön,
die andern Bilder sind vergangen,
des Traumes Handlung konnt ich nicht mehr sehn.

Wer ist das Gesicht, wer ist diese Frau,
was hat sie mit mir zu tun?
Hab sie schon gesehen, das weiß ich genau,
Nur wo? Es lässt mich nicht ruh'n.

Überall schau ich Gesichter an,
ich will sie unbedingt sehn,
und fühl es genau, irgendwann,
darf auf sie zu ich gehn.

Die Zeit vergeht und ihr Bild verblasst,
ich tu's mir eingestehen,
es sollte nicht sein, Gelegenheit verpasst,
die Welt darf sich weiterdrehn.

Tage später hab ich sie dann gesehn,
als sie in die Tonne flog.
Ihr Gesicht lächelte mich wieder an,
vom Versandhauskatalog.

Als ich sie fliegen sah, hab ich gelacht,
"das Mädchen gesucht, das oder keins,
sie geträumt und geliebt die ganze Nacht"
Frau OTTO von Seite eins.

© Robert Ossadnik (josios) 13.04.07