Ich öffne die Tür, tret ein, kenn mich aus,
ich war schonmal in diesem bunten Haus.
Der Empfang erhellt von schummrigem Licht,
Leute stehn rum, ihr Gesicht sieht man nicht.

ich warte.......................
......................er kommt,

schirmlose Kappe, eine Brille aus Horn,
T-Shirt, tätowiert von hinten bis vorn.
Sagt:" Hey Mann, dich kenn ich, warst schon mal hier,
vor zwei, drei Wochen...oder waren es vier?"
"Acht", sag ich,"als du mir die Nadel gegeben,
tolles Erlebnis, möcht's noch einmal erleben !"
"OK, Mann, die Kohle, du weißt ja Bescheid,
ich mach alles fertig, sei du bereit."
Ich zahle, nach derer Minuten zehn,
ist er wieder da. "Komm lass uns gehn,
nach hinten." Ich erinner mich wieder,

der Paravan, Traumfänger,buntes Gefieder,
der Stuhl, ich setz mich, befrei meinen Arm,
er greift zur Nadel, mir wird langsam warm,
Millionen Stiche ziehn Spur um Spur,
"Mein Gott, das schmerzt, was mach ich hier nur"

Nach tausend Minuten, einer halben Stunde,
hab ich am Arm eine frische Wunde,
und dort prangt, ok, ich geb's ja zu,
in schwarzem Glanz ein neues Tattoo.
Ein Freiheitszeichen unter dem 'Hoffen',
von 'Hoffnung' war ja leider nix eingetroffen.

"Gekämpft, gehofft, und alles zerronnen?"

NEIN

Hoffnung zerronnen, Freiheit gewonnen !

© Robert Ossadnik (josios) 20.11.06